Der leise Verrat an uns selbst – jedes Jahr im Januar

Liegt die Fitnessstudio-Karte auch bei Ihnen schon wieder irgendwo zwischen Steuerordner und guter Absicht? Die Sportschuhe stehen immer noch unberührt im Flur, genau dort, wo sie Anfang Januar noch voller Hoffnung platziert wurden? Und was ist mit dem Vorsatz bez. Rauchstopp? „Nur heute noch eine.“ Das gesunde Essen? Verschoben auf nächsten Montag. Wieder einmal.

Am 1. Januar waren wir doch noch so überzeugt: dieses Jahr wird anders! Mehr Bewegung, weniger Stress, besser auf mich achten. Vielleicht auch: weniger funktionieren, weniger aushalten, weniger übergehen, was mir eigentlich guttut.

Und dann kam der Alltag…

Nicht mit einem Knall, sondern leise aber bestimmt. Termine, Müdigkeit, Verpflichtungen. Die alte Rolle, die wir so gut kennen: erst alle anderen, dann vielleicht wir. Der Gedanke: «Jetzt gerade passt es nicht. Morgen starte ich neu», kommt immer weniger, bis er ganz verstummt und wir uns im alten Trott befinden. Vorsätze scheitern selten an mangelndem Willen. Sie scheitern an der Vorstellung, Veränderung müsse erzwungen werden. Als wäre Disziplin der einzige Hebel.

Doch Veränderung entsteht nicht allein im Kopf und es reicht auch nicht sich «nur zusammenzureissen». Die wahre Veränderung entsteht im Körper, in unserem Nervensystem und dem Unterbewusstsein. Dort, wo Stress gespeichert ist, wo alte Muster greifen, lange bevor wir bewusst entscheiden. Rauchen beruhigt, Essen tröstet, Keine Bewegung spart Energie, Perfektionismus gibt Kontrolle, usw. Dies nicht, weil wir schwach sind, sondern weil unser System uns schützen will.

Viele kennen diesen Moment: Abends auf dem Sofa, erschöpft, vielleicht das Handy in der Hand und ein leises Unbehagen meldet sich. War da nicht etwas? Hatte ich mir nicht vorgenommen, dieses Jahr…?Und sofort folgt der Gegengedanke: Jetzt auch noch das. Ich kann gerade nicht. Dann kommt der Punkt, wo der Gedanke etwas verändern zu müssen mehr Stress auslöst, als der Rest und schon entsteht die nächste Ausrede: jetzt ist schon Februar, da macht es auch keinen Sinn mehr anzufangen.

Genau hier entscheidet sich, ob Vorsätze endgültig aufgegeben werden oder ob Veränderung endlich ehrlich beginnen darf. Ja auch im Februar! Echte Veränderung entsteht nicht durch Druck, sondern durch Verbindung mit sich selbst. Durch das Fühlen des eigenen ICHs und durch das Regulieren von innen statt das Kontrollieren von außen.

Sophrologie und Hypnose z.B. setzen genau dort an und helfen unterstützend die Ziele zu erreichen. Nicht als schnelle Lösung und nicht als Zaubertrick, sondern dort, wo Gewohnheiten wirklich entstehen. Wenn das Nervensystem zur Ruhe kommt, verliert das Alte an Halt und was vorher nur Kampf war, wird endlich möglich. Bewegung wird Ressource statt Pflicht und Verzicht wird überflüssig, weil sich das innere Bedürfnis verändert.

Und dann passiert etwas Ungewohntes: man muss sich plötzlich nicht mehr jeden Tag neu zwingen, sondern man lebt es, einfach nur weil es sich stimmig anfühlt.

Wir haben jetzt Ende Januar und du denkst vielleicht auch bereits: Schon wieder nicht geschafft, dann lass dir eines sagen: Es liegt nicht an dir, aber es liegt bei dir, es diesmal anders anzugehen.

Denn die eigentliche Frage ist nicht, ob du etwas verändern willst. Sondern wann.

Veränderung, die bleibt, beginnt nicht im Januar oder dann wieder im Sommer. Sie beginnt jetzt.

Corinne Kolii
Hypnosetherapeutin und Instruktor NGH

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