{"id":10744,"date":"2021-11-03T05:12:29","date_gmt":"2021-11-03T04:12:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/?p=10744"},"modified":"2022-05-25T09:53:09","modified_gmt":"2022-05-25T07:53:09","slug":"warum-viele-produkte-nur-ein-gruenes-maentelchen-tragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/warum-viele-produkte-nur-ein-gruenes-maentelchen-tragen\/","title":{"rendered":"Warum viele Produkte nur ein gr\u00fcnes M\u00e4ntelchen tragen"},"content":{"rendered":"<h3>Der Begriff der Nachhaltigkeit ist in aller Munde und manch ein Unternehmen nutzt dessen positive Konnotation zu Marketing-Zwecken aus. Mit cleveren Werbeversprechen, einem naturnahen Aussehen oder einem umweltschonenden Ruf lassen sich viele Unternehmen umweltfreundlicher erscheinen, als sie es tats\u00e4chlich sind.<\/h3>\n<p>Sie betreiben auf diese Weise sogenanntes \u00abGreenwashing\u00bb. Doch wie erkennt man als KonsumentIn solches? Und sind Plastikverpackungen auf der anderen Seite zu Unrecht verp\u00f6nt?<\/p>\n<p>Wer sich in einem Lebensmittel- und Hauswarenladen darauf achtet, wie die Produkte mit Slogans und Farben pr\u00e4sentiert werden, kann die umweltfreundlichsten Artikel scheinbar auf den ersten Blick erkennen.<\/p>\n<p>Feste Seifenst\u00fccke in Kartonschachteln sind \u00f6kologische Seifen, umweltfreundliches M\u00fcsli kommt in gr\u00fcner Verpackung daher und umweltschonende Spraydosen prahlen mit Stickern, dass ihr Inhalt auf bestimmte Schadstoffe verzichtet.<\/p>\n<p>Solches Marketing weckt das Vertrauen der umweltbewussten Konsumenten und l\u00e4sst sie f\u00fcr das \u00abgr\u00fcne\u00bb Produkt gerne ein paar Franken mehr bezahlen. Doch nicht jeder Produzent h\u00e4lt, was seine Artikel zu versprechen scheinen. Dieses Ph\u00e4nomen ist auch als \u00abGreenwashing\u00bb bekannt.<\/p>\n<h2>Den Schwindel erkennen<\/h2>\n<p>Das \u00abGreenwashing\u00bb, welches sich als \u00abgr\u00fcnwaschen\u00bb \u00fcbersetzen l\u00e4sst, steht f\u00fcr das Pr\u00e4sentieren eines Produkts als ein nachhaltiges, ohne entsprechende Nachweise vorzuzeigen.<\/p>\n<p>\u00abGreenwashing ist heute aktueller denn je\u00bb, best\u00e4tigt Felix Meier, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der gemeinn\u00fctzigen Umweltorganisation <a href=\"https:\/\/www.pusch.ch\/\">\u00abPusch \u2013 Praktischer Umweltschutz\u00bb<\/a> aus Z\u00fcrich. So werben viele Produkte mit Begriffen wie gr\u00fcn, nachhaltig und recycelt, die rechtlich nicht gesch\u00fctzt sind und viel Spielraum f\u00fcr Interpretation zulassen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel ist das Werben mit irrelevanter Information, die das Produkt umweltfreundlicher aussehen l\u00e4sst. So steht auf manchen Spraydosen heute noch \u00abFCKW-frei\u00bb, obwohl der Verkauf dieses Treibhausgases in der Schweiz bereits seit 2004 verboten ist.<\/p>\n<p>Das Greenwashing kann weitergetrieben werden, indem ein Unternehmen mit einem umweltfreundlichen Image oder einer umweltfreundlichen Reihe von Produkten sein gesamtes Sortiment verharmlost.<\/p>\n<p>So nennen Marken wie Yves Rocher und Rituals ihre Produkte Pflanzenkosmetik bzw. Naturkosmetik, da ihre Beauty-Produkte abgesehen von synthetischen Stoffen auch pflanzliche beinhalten.<\/p>\n<p>Auf diese Weise ergattern sich die Marken ein gr\u00fcnes Image, obwohl sie nur wenig echte Naturkosmetik im Sortiment haben, also nur in seltenen F\u00e4llen auf synthetische Rohstoffe verzichten und \u00fcber 50 Prozent des Produktinhalts aus pflanzlichen Rohstoffen zusammenstellen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13142\" aria-describedby=\"caption-attachment-13142\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-13142 size-full\" src=\"https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Eine-Frau-liest-die-Ruckseite-einer-Kartonschachtel-im-Einkaufsladen.-e1653465050709.jpg\" alt=\"Eine Frau liest die Ruckseite einer Kartonschachtel im Einkaufsladen.\" width=\"1024\" height=\"660\" srcset=\"https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Eine-Frau-liest-die-Ruckseite-einer-Kartonschachtel-im-Einkaufsladen.-e1653465050709.jpg 1024w, https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Eine-Frau-liest-die-Ruckseite-einer-Kartonschachtel-im-Einkaufsladen.-e1653465050709-300x193.jpg 300w, https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Eine-Frau-liest-die-Ruckseite-einer-Kartonschachtel-im-Einkaufsladen.-e1653465050709-768x495.jpg 768w, https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Eine-Frau-liest-die-Ruckseite-einer-Kartonschachtel-im-Einkaufsladen.-e1653465050709-150x97.jpg 150w, https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Eine-Frau-liest-die-Ruckseite-einer-Kartonschachtel-im-Einkaufsladen.-e1653465050709-600x387.jpg 600w, https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Eine-Frau-liest-die-Ruckseite-einer-Kartonschachtel-im-Einkaufsladen.-e1653465050709-696x449.jpg 696w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13142\" class=\"wp-caption-text\">Wer dem Greenwashing nicht auf den Leim gehen will, liest am besten den Inhalt von Kosmetik und Pflegeartikeln genau durch. Bild: kalinovsky\/Depositphotos<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Bitte beachten Sie die Packungsr\u00fcckseite<\/h2>\n<p>Um das Greenwashing zu durchschauen, kann die Konsumentin die Packungsr\u00fcckseite mit der Inhaltsliste der Produkte, die sie interessieren, genau unter die Lupe nehmen. Viele Produkte beinhalten trotz des gr\u00fcnen Images ihrer Hersteller Stoffe, die teilweise nicht nur der Umwelt, sondern auch den Konsumenten schaden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>So enth\u00e4lt zum Beispiel Peeling oft Mikroplastik, welches kaum aus dem Abwasser herausgefiltert werden kann (auf der Verpackung ist es als Acrylates \/ C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer zu erkennen) und in Shampoos sind sehr oft Silikone zu finden.<\/p>\n<p>Obwohl Silikone das Haar \u00fcber l\u00e4ngere Zeit hinweg br\u00fcchig machen und die Kopfhaut versiegeln k\u00f6nnen, weder wasserl\u00f6slich noch nat\u00fcrlich abbaubar sind, werden sie aufgrund ihrer geringen Produktionskosten h\u00e4ufig in Haarpflegeprodukten eingesetzt.<\/p>\n<p>Mit dem Abwasser gelangen sie ins Grundwasser, belasten die Natur und k\u00f6nnen zu Hautproblemen und -erkrankungen bei der Konsumentin f\u00fchren.<\/p>\n<h2>Plastikgeschirr-Verbot in der EU \u2013 eine weitere Greenwashing-Taktik?<\/h2>\n<p>Doch l\u00e4ngst nicht nur Kosmetikmarken betreiben Greenwashing. Auch (\u00fcber)staatliche Institutionen und Regierungen f\u00fchren beispielsweise umweltschonende Gesetze ein, wobei sich dar\u00fcber streiten l\u00e4sst, ob es sich dabei teilweise um Symbolpolitik handelt. So herrscht in den EU-L\u00e4ndern seit Anfang Juli dieses Jahres ein Einwegplastikverbot.<\/p>\n<p>Besteck, Geschirr, Becher, Luftballonst\u00e4be und Wattest\u00e4bchen aus Plastik sowie Essensbeh\u00e4lter aus Styropor d\u00fcrfen aktuell weder exportiert noch verkauft werden. Dies gilt auch f\u00fcr sogenannten biologisch abbaubaren Plastik, der sich zu Mikroplastik zerkleinert.<\/p>\n<p>In der Schweiz setzt der Bundesrat weiterhin auf Freiwilligkeit, was umweltgerechte Verpackung von Lebensmitteln anbelangt. Doch: \u00abDa sich das Verbot auch auf den EU-weiten Export bezieht, wird dieses mit der Zeit auch aus der Schweiz verschwinden\u00bb, erkl\u00e4rt Felix Meier. Das Verbot sei zwar nicht sinnlos, doch sei die Plastikverpackung im Detailhandel zu Unrecht dermassen verp\u00f6nt.<\/p>\n<p>Meier begr\u00fcndet: \u00abWenn ein Verk\u00e4ufer zum Beispiel verpackungsfreie Fr\u00fcchte wegwirft, da diese schneller schlecht werden oder nicht sch\u00f6n genug zum Verkaufen sind, stellt dieses Foodwaste f\u00fcr die Umwelt einen gr\u00f6sseren Schaden dar als eine d\u00fcnne Plastikverpackung.\u00bb<\/p>\n<p>Deswegen habe die Plastikverpackung durchaus ihren Platz im Detailhandel, solange sie sinnvoll eingesetzt wird. Das gelte f\u00fcr Produkte wie zum Beispiel Salat oder Gurken, welche mit dem Schutz einer Plastikh\u00fclle viel l\u00e4nger haltbar sind.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13140\" aria-describedby=\"caption-attachment-13140\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-13140 size-full\" src=\"https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Mit-einem-Sieb-lassen-sich-grosse-Plastikstucke-vom-Sand-entfernen.-e1653465089183.jpg\" alt=\"Mit einem Sieb lassen sich grosse Plastikstucke vom Sand entfernen.\" width=\"1024\" height=\"742\" srcset=\"https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Mit-einem-Sieb-lassen-sich-grosse-Plastikstucke-vom-Sand-entfernen.-e1653465089183.jpg 1024w, https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Mit-einem-Sieb-lassen-sich-grosse-Plastikstucke-vom-Sand-entfernen.-e1653465089183-300x217.jpg 300w, https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Mit-einem-Sieb-lassen-sich-grosse-Plastikstucke-vom-Sand-entfernen.-e1653465089183-768x557.jpg 768w, https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Mit-einem-Sieb-lassen-sich-grosse-Plastikstucke-vom-Sand-entfernen.-e1653465089183-150x109.jpg 150w, https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Mit-einem-Sieb-lassen-sich-grosse-Plastikstucke-vom-Sand-entfernen.-e1653465089183-600x435.jpg 600w, https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Mit-einem-Sieb-lassen-sich-grosse-Plastikstucke-vom-Sand-entfernen.-e1653465089183-696x504.jpg 696w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13140\" class=\"wp-caption-text\">Wenn Plastik in die Umwelt gelangt, landet es meist im Meer und wird dort zu Mikroplastik, welches kaum herausgefiltert werden kann. Bild: wonderisland\/Depositphotos<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Wieso das Verbot von Plastikgeschirr ein guter Ansatz ist<\/h2>\n<p>Obwohl das Umschwenken auf plastikfreies Geschirr einer guten Strategie bedarf, um den gew\u00fcnschten Effekt zu erzielen, bewirkt das neue Gesetz zweifellos weniger Plastikabf\u00e4lle, vor allem in der Natur. \u00abIn einer Studie wurde das Plastikstrandgut an Meeresstr\u00e4nden untersucht.<\/p>\n<p>Dabei wurde festgestellt, dass es sich bei der Mehrheit des M\u00fclls um Plastikartikel handelt, die man im Take-Away bekommt\u00bb, so Meier. Dazu geh\u00f6ren PET-Flaschen und deren Deckel, Trinkhalme, Plastikgeschirr und -besteck. Was diesen Aspekt anbelangt, sei das Verbot sinnvoll.<\/p>\n<p>Man m\u00fcsse jedoch beachten, dass der meiste M\u00fcll \u00fcber grosse asiatische Fl\u00fcsse ins Meer gelangt. Die Schweiz verursache diesbez\u00fcglich und im Vergleich kaum Plastik, das in die Natur gelangt und habe auch ein gutes System der Abfallverwertung.<\/p>\n<h2>Auf das Innere kommt es an<\/h2>\n<p>Felix Meier begr\u00fcsst das neue EU-Verbot f\u00fcr Plastikverpackungen und -geschirr. Doch m\u00fcsse man sich vor Augen halten, dass der durch Abfall verursachte Umweltbelastungsanteil nur drei Prozent ausmache.<\/p>\n<p>Im Vergleich dazu weist die Umweltbelastung durch die Nahrungsmittelproduktion einen Anteil von \u00fcber 30 Prozent auf. \u00abDeswegen lohnt es sich viel mehr, auf die Produktionsart des Inhalts zu achten, als auf seine Verpackung\u00bb, beteuert er.<\/p>\n<p>So mache es einen geringen Unterschied, ob die Gurke in einer d\u00fcnnen Plastikpackung daherkommt oder nicht, Hauptsache, sie trage ein umweltschonendes Label wie beispielsweise \u00abBio\u00bb.<\/p>\n<p>Hingegen lohnt es sich bei der Wahl der Reinigungsmittel, auf ein biologisch abbaubares Produkt zu setzen. \u00abDa diese chemischen Substanzen direkt in den Abfluss und somit ins Wasser gelangen, k\u00f6nnen sie allf\u00e4llige Wasserlebewesen gef\u00e4hrden\u00bb, bekr\u00e4ftigt Meier.<\/p>\n<p>Dies gelte weiterhin, obwohl in den letzten Jahren herk\u00f6mmliche Reinigungsmittel qualitativ deutlich verbessert worden seien. Kl\u00e4ranlagen k\u00f6nnten biologisch abbaubare Mittel deutlich besser filtrieren als regul\u00e4re und die Reste, die im Wasser zur\u00fcckbleiben, seien viel weniger umweltsch\u00e4dlich.<\/p>\n<p>Wer seinen Unmut \u00fcber eine besonders unsinnige Verpackung zum Ausdruck bringen m\u00f6chte, k\u00f6nne das Produkt direkt nach dem Kauf auspacken und die Verpackung im Laden liegen lassen. \u00abSolch eine Aktion motiviert den Anbieter, sinnvolle Verpackungen herzustellen\u00bb, so Meier.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13137\" aria-describedby=\"caption-attachment-13137\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-13137 size-full\" src=\"https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ein-Foto-von-vielen-bunten-Plastikrohrchen.-e1653465170692.jpg\" alt=\"Ein Foto von vielen bunten Plastikrohrchen.\" width=\"1024\" height=\"668\" srcset=\"https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ein-Foto-von-vielen-bunten-Plastikrohrchen.-e1653465170692.jpg 1024w, https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ein-Foto-von-vielen-bunten-Plastikrohrchen.-e1653465170692-300x196.jpg 300w, https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ein-Foto-von-vielen-bunten-Plastikrohrchen.-e1653465170692-768x501.jpg 768w, https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ein-Foto-von-vielen-bunten-Plastikrohrchen.-e1653465170692-150x98.jpg 150w, https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ein-Foto-von-vielen-bunten-Plastikrohrchen.-e1653465170692-600x391.jpg 600w, https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ein-Foto-von-vielen-bunten-Plastikrohrchen.-e1653465170692-696x454.jpg 696w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13137\" class=\"wp-caption-text\">In der EU sind Plastikr\u00f6hrchen inzwischen weder in L\u00e4den noch in Restaurants zu finden. Bild: belchonok\/Depositphotos<\/figcaption><\/figure>\n<pre><strong>Der Fall \u00abPlastikr\u00f6hrli\u00bb\r\n<\/strong>Das Plastikr\u00f6hrchen ist inzwischen zu einem Symbol der Umweltverschmutzung avanciert. K\u00fcrzlich wurde dieses in der EU jedoch durch das Pappr\u00f6hrchen ersetzt. Umweltsch\u00fctzerinnen und -aktivisten jubelten ob des Entscheids. Einige kritische Stimmen wurden jedoch laut, da die Produktion der Pappe im Gegensatz zu ihrer Entsorgung sch\u00e4dlicher ist als diejenige von Plastik. Das Gesetz sei demnach der falsche Ansatz, um die Umwelt zu schonen. Pappe wird mit denselben fossilen Brennstoffen hergestellt wie Plastik. Die Herstellung von Pappprodukten ben\u00f6tigt jedoch mehr Energie und Ressourcen als diejenige von Plastikprodukten. Demzufolge setzt sie auch ein gr\u00f6sseres Volumen an Treibhausgasen frei. Auf der anderen Seite kann Pappe biologisch besser abgebaut werden. Doch auch Pappr\u00f6hrchen k\u00f6nnen der Umwelt schaden, wenn sie in die Natur gelangen. Obwohl sie viel weniger best\u00e4ndig sind als Plastikstrohhalme, lassen auch sie sich nicht vollst\u00e4ndig biologisch abbauen.<\/pre>\n<h2>Wahl der Verpackung und des Geschirrs<\/h2>\n<p>Biologisch abbaubar ist ebenfalls eine Wortkombination, die rechtlich nicht gesch\u00fctzt und somit relativ frei interpretierbar ist. Felix Meier erkl\u00e4rt an einem Beispiel: \u00abWenn man die \u00d6kobilanz des sogenannten biologisch abbaubaren oder aus biologischen Stoffen wie Maisst\u00e4rke produzierten Plastikbechers mit der Bilanz des klassischen Kunststoffbechers vergleicht, schneidet Ersterer in den meisten F\u00e4llen eher schlechter ab.\u00bb<\/p>\n<p>Grund daf\u00fcr sei, dass diese \u00abbiologischen\u00bb Produkte nicht via Gr\u00fcnabfuhr kompostiert werden d\u00fcrfen und im Gartenkompost kaum abbaubar sind. Ihr vermeintlicher Mehrwert sei also nutzlos, da sie mit dem restlichen Kehricht verbrannt geh\u00f6ren. Die Namenswahl der \u00abnicht-sehr-biologisch\u00bb abbaubaren Kunststoffe sei demnach echtes Greenwashing.<\/p>\n<p>Wenn man als umweltbewusste K\u00e4uferin eine m\u00f6glichst umweltschonende Verpackung w\u00e4hlen m\u00f6chte, f\u00fchrt Meier aus, gelte die folgende Faustregel: Je leichter und d\u00fcnner die Verpackung, desto besser f\u00fcr die Umwelt, egal, aus welchem Material sie besteht.<\/p>\n<p>So w\u00e4re es oft sinnvoller, wenn ein Produzent die Dicke seiner Plastikverpackungen bewusst reduzieren w\u00fcrde, als ganz auf sie zu verzichten und damit die Haltbarkeit des Produkts zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>Eine umweltschonendere Alternative zu den neuen Plastikarten sind wiederverwendbare Boxen. Wenn man sich das Mittagessen in einer solchen Box von zuhause mitnimmt, spart man an Verpackungsmaterial.<\/p>\n<p>Viele Restaurants und Take-Away-Buden machen beim landesweiten Netzwerk ReCircle mit, das Mehrweggeschirr anbietet, in dem das Essen f\u00fcr einen geringen Depotpreis den Kunden mitgegeben wird. Diese k\u00f6nnen das Geschirr nach dem Essen waschen, beim Imbissstand retournieren und erhalten ihr Geld zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Weitere Artikel wie diesen findest du <a href=\"https:\/\/www.ftmedien.ch\/new-site\/e-paper\/zug\/\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Begriff der Nachhaltigkeit ist in aller Munde und manch ein Unternehmen nutzt dessen positive Konnotation zu Marketing-Zwecken aus. Mit cleveren Werbeversprechen, einem naturnahen Aussehen oder einem umweltschonenden Ruf lassen sich viele Unternehmen umweltfreundlicher erscheinen, als sie es tats\u00e4chlich sind. Sie betreiben auf diese Weise sogenanntes \u00abGreenwashing\u00bb. 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